Das Haus: Die Elemente des Wohnens – neu gemischt

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Lernen & Essen, Ausruhen & Tagträumen, Duschen und Naturerlebnis – das sind für den US-Designer Todd Bracher Paarungen, die zusammengehören und für die in einer zeitgemäßen Wohnform jeweils ein separater Platz zur Verfügung stehen sollte. Das Event-Format „Das Haus – Interiors on Stage“ der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne gibt ihm als Guest of Honour 2017 Gelegenheit, diese Vision für eine Woche zu erproben und dem Publikum als sinnlich erfahrbares Experiment vorzustellen.

 Der New Yorker Produktdesigner hat einen ausgesprochen großzügigen, architektonischen Entwurf des Design-Events „Das Haus“ vorgelegt – klar in der Formensprache, überraschend sinnlich in den Details. Auf rund 200 qm werden drei unterschiedliche, ineinander übergehende Zonen zeitgemäßen Bedürfnissen entsprechend gestaltet und möbliert.

Auf der Suche nach neuen Formen des offenen Wohnens

Unter einem schwebenden Dach stehen zwei ineinandergreifende, gänzlich unterschiedliche Körper – ein großer, von Regal-Wänden gebildeter Raum mit halbtransparenter Hülle sowie ein schwarzer Würfel, über dem ein mondhell leuchtender Ball zu stehen scheint. Im Winkel der Raumkörper eine Dusch- und Waschzone. Bracher stellt dem traditionellen Konzept 3-Zimmer-Küche-Diele-Bad, ja überhaupt dem Konzept traditioneller Raumfolgen eine Vision ineinander übergehender Zonen gegenüber: eine der Versorgung, eine der Erholung und eine der Hygiene. Zeitgemäße Formen für zeitgenössisches Leben.

„Dieses Haus ist auch ein Schritt zurück zum Essentiellen“, so Bracher. „Damit meine ich den Versuch, von der Konsummentalität wegzukommen, von der Vorstellung, all diese bedeutungslosen Inhalte und Dinge für irgendetwas zu brauchen, für etwas, das uns doch nicht wirklich glücklich macht. Bei diesem Projekt geht es mir darum, etwas zu finden, das wirklich von Bedeutung ist, etwas, das essentiell ist für unser Leben.“

Das Haus: Plattform für aktuelles Interior Design und Wohnexperimente

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„Das Haus“ ist das herausragende Design-Event der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne in Köln. In einer Wohnhaus-Simulation aus Architektur, Interior Design und Möblierung wird jedes Jahr einem jungen, einflussreichen Gestalter die Möglichkeit für ein persönliches Statement zum zeitgenössischen Wohnen gegeben. Als Guest of Honour für die sechste Ausgabe von „Das Haus“ auf der imm cologne 2017 wurde der US-amerikanische Designer Todd Bracher nominiert.

Für Designer Todd Bracher ist “Das Haus ” eine Gelegenheit, die tradierte Vorstellung vom zeitgenössischen Wohnen frei von kommerziellen Beschränkungen zu hinterfragen: Warum wohnen wir so und nicht anders? Warum sind unsere Wohnungen eckig? Wie viel Wand brauchen wir, um uns wohl zu fühlen, und warum bevorzugen wir bestimmte Möbel?

Nur ganz selten finden sich Projekte wie dieses, in denen Gestalter etwas wirklich Neues in der Praxis ausprobieren können – jenseits von den üblichen konzeptionellen Installationen, die meist mehr Kunstwerk als Wohnidee sind. Denn während Veranstalter von Messen und Ausstellungen eher das Ausgefallene von ihnen erwarten, setzen ihnen im Tagesgeschäft Bauherren, ästhetische Konventionen und sehr reale Anforderungen bezüglich Normen, Rentabilität und Witterungsbedingungen enge Rahmenbedingungen. „Das Haus” ist eine Plattform für Wohnexperimente, die sich genau in der Mitte bewegt: zwischen Installation und „echtem” Leben. Dabei fragt das Event-Format auch immer nach aktuellen Trends bei der Farb- und Materialwahl, nach innovativen Formen und Möbeltypen.

Das Wohnen in seine Elemente zerlegen und neu zusammenfügen

„Das Zuhause stellt eine elementare Synthese aus Bedürfnissen und Funktionen dar, ganz darauf abgestimmt, seine Bewohner in ihrem Alltagsleben und in ihrer Entwicklung zu unterstützen”, versteht Bracher das Thema von „Das Haus“. In dem ganzheitlichen Projekt, das sowohl Architektur als auch Interior- und Produkt-Design umfasst, verfolgt er konsequent seinen klassischen Gestaltungsansatz: Komplexität auf ihre einfachsten Elemente und Funktionen zu reduzieren. „Warum wählen wir einen bestimmten Lebensstil?“, fragt der heute 41-Jährige, und kündigt an: „Wir werden die Vorstellung davon, was zeitgenössisches Wohnen ausmacht, infrage stellen, indem wir die Grundlagen überdenken, die das Heim definieren, und uns ansehen, ob sie den Anforderungen der heutigen Welt entsprechend ausgelegt sind.“ Todd Brachers Das Haus dürfte für die Besucher der imm cologne daher spannende Einblicke über die enge Verbindung von Wohnen und Leben bereithalten.

Todd Bracher – Analyst, Essentialist, Übersetzer

Todd Bracher gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Designszene. 1974 als Sohn eines Tischlers in New York geboren, absolvierte er hier sein Designstudium am renommierten Pratt Institute. Zwischen seinem Abschluss und der Gründung eines eigenen Studios liegt eine wohl einmalige Reise durch die unterschiedlichen Kulturen und Designtraditionen der „Alten Welt“, von der Dänischen Designschule in Kopenhagen über Stationen in Mailand Paris sowie bei Tom Dixon in London und als Art Director der dänischen Luxusmarke Georg Jensen. 2007 ließ er sich wieder in New York nieder und trieb die Entwicklung seines eigenen Studios in Brooklyn voran. Von hier aus arbeitet er mit führenden Designmarken in aller Welt zusammen, unter anderem mit Cappellini, Fritz Hansen, Herman Miller, Humanscale, Issey Miyake, Swarovski, Zanotta oder 3M.

Seine Arbeiten sprechen eine klare, eindeutige Sprache, die sich vor allem an der Funktionalität orientiert. Er steht damit ganz in der Tradition des klassischen Designs, die ihn dabei stets zu unerwartet eleganten Lösungen führt, egal, ob er einen Tisch, einen Bürostuhl, eine Parfümflasche oder ein innovatives Reflektor-Element für effektvolle, stromsparende LED-Architektur-Illuminationen gestaltet. Gleichzeitig bieten seine Arbeiten Lösungen für zeitgenössische Probleme und kleiden die manchmal beunruhigende Nähe zwischen Wohnen und Arbeiten in neue, angenehmen Formen. Inspiration bezieht der mehrfach ausgezeichnete Designer genauso aus der Natur wie aus der Technik. Alles, was er macht, soll selbsterklärend sein, so sein Anspruch. Damit sind die besten Voraussetzungen gegeben, „Das Haus“ für die Messebesucher zu einem intuitiv erlebbaren Design-Event zu machen.

Besucher-Info: Sie finden „Das Haus“ in der Pure Editions-Halle 2.2

Zum Thema:
Im Gespräch mit dem neuen Haus-Designer Todd Bracher
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